zwei blaue Kreise
Bevor Sie gehen...
Gerne laden wir Sie ein, zu einem kostenlosen Beratungstermin. Wir zeigen Ihnen, wie Sie und Ihr Unternehmen von der Warenwirtschaft desk4® profitieren und sicher für die Zukunft aufgestellt sind.

Kennzahlen und Auswertungen in der Warenwirtschaft

Posted on
Kennzahlen und Auswertungen in der Warenwirtschaft

Ein Handelsbetrieb verkauft gut, trotzdem wird das Lager voller und das Konto enger. Oft fehlt nicht die nächste Standardauswertung, sondern die passende Sicht auf die eigenen Abläufe. Individuelle Kennzahlen und Auswertungen in der Warenwirtschaft helfen dabei, Fragen zu beantworten, die für Ihre Entscheidungen tatsächlich relevant sind: Welche Artikel binden zu viel Kapital? Bei welchen Kunden sinkt der Rohertrag? Welche offenen Bestellungen gefährden die Lieferfähigkeit?

Für kleine und mittlere Handelsunternehmen liegt der Nutzen vor allem darin, Daten aus Verkauf, Einkauf und Lager zusammenzuführen. Statt Bestände in einer Liste, Umsätze in einer anderen und offene Aufträge im E-Mail-Postfach zu prüfen, erhalten Verantwortliche eine nachvollziehbare Grundlage für Einkauf, Vertrieb und Liquiditätsplanung.

Welche Kennzahlen braucht ein Handelsbetrieb wirklich?

Die richtige Kennzahl beginnt nicht mit einem Bericht, sondern mit einer Entscheidung. Wer nachbestellen muss, benötigt andere Angaben als jemand, der Sortiment und Preise überprüft. Eine lange Liste von Zahlen wirkt vollständig, führt aber selten zu klaren Maßnahmen.

Für die tägliche Steuerung sind meist vier Fragen besonders hilfreich: Was wurde verkauft, was ist verfügbar, was ist bestellt und wo entsteht Ertrag oder Bindung von Kapital? Daraus lassen sich passende Kennzahlen ableiten. Der Umsatz nach Artikelgruppe zeigt zum Beispiel, welche Sortimente gefragt sind. Allein genügt er aber nicht. Ein hoher Umsatz kann mit niedriger Marge, vielen Retouren oder hohen Lagerbeständen verbunden sein.

Aussagekräftiger wird die Auswertung, wenn Sie Umsatz, Menge, Einkaufspreis, Verkaufspreis und Bestand gemeinsam betrachten. So erkennen Sie, ob ein Artikel zwar häufig verkauft wird, aber wenig zum Ergebnis beiträgt. Umgekehrt können Produkte mit geringer Stückzahl wirtschaftlich interessant sein, wenn ihre Marge hoch ist oder sie Folgekäufe auslösen.

Von der Geschäftsfrage zur individuellen Auswertung

Nehmen wir einen Fachhändler mit mehreren hundert Artikeln. Die Geschäftsführung möchte vor der nächsten Einkaufsrunde wissen, welche Artikel nachbestellt werden sollten und welche Bestände zuerst abgebaut werden müssen. Eine einfache Bestandsliste reicht nicht aus, denn sie zeigt weder die jüngere Nachfrage noch bereits erwartete Zugänge.

Die Auswertung braucht deshalb eine klare Fragestellung und die zugehörigen Daten. Dazu gehören Artikelnummer und Artikelgruppe, aktueller Lagerbestand, reservierte Mengen aus offenen Aufträgen, Bestellmengen im Einkauf sowie Absatzdaten für einen festgelegten Zeitraum. Je nach Geschäft können auch Mindestbestände, Lieferzeiten und Saisonverläufe relevant sein.

Der Ablauf ist überschaubar. Zuerst legen Sie fest, welchen Zeitraum Sie betrachten. Bei schnell drehenden Artikeln können die vergangenen vier Wochen sinnvoll sein. Bei saisonalen Produkten ist ein Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum oft belastbarer. Danach definieren Sie, welche Bestände verfügbar sind und wie offene Aufträge berücksichtigt werden sollen. Erst dann entscheiden Sie, nach welcher Reihenfolge die Daten sortiert werden, etwa nach drohender Unterdeckung oder nach Höhe des gebundenen Lagerwerts.

Das Ergebnis ist keine abstrakte Kennzahl, sondern eine Arbeitsliste mit Prioritäten. Einkäufer sehen, welche Positionen geprüft werden müssen. Der Vertrieb kann bei knappen Artikeln frühzeitig Liefertermine abstimmen. Die Geschäftsführung erkennt, ob viel Kapital in langsam bewegten Waren steckt.

Datenqualität entscheidet über die Aussagekraft

Eine Auswertung kann nur so zuverlässig sein wie die Daten, auf denen sie beruht. Werden Wareneingänge verspätet gebucht, erscheinen Bestände zu niedrig. Fehlen Einkaufspreise oder werden sie nicht gepflegt, ist eine Margenbetrachtung unvollständig. Bleiben Aufträge lange offen, obwohl sie erledigt oder storniert sind, verfälschen sie die verfügbaren Mengen.

Deshalb sollten Zuständigkeiten klar sein. Wer pflegt Artikelstammdaten? Wann wird ein Wareneingang gebucht? Wie werden Rückgaben und Stornierungen behandelt? Diese Fragen wirken operativ, entscheiden aber darüber, ob Kennzahlen im Alltag akzeptiert werden.

Besonders bei individuell angepassten Auswertungen lohnt sich ein kurzer Abgleich mit Fachabteilungen. Der Einkauf kennt Lieferzeiten und Mindestmengen. Das Lager weiß, ob ein Bestand tatsächlich verfügbar ist. Der Vertrieb kann erklären, ob ein ungewöhnlicher Auftrag einmalig war oder eine neue Nachfrage erkennen lässt.

Kennzahlen für Verkauf, Lager und Einkauf verbinden

Ein einzelner Bereich kann richtige Zahlen liefern und dennoch zu einer falschen Entscheidung führen. Das zeigt sich etwa bei einem Artikel mit hohem Umsatz. Der Vertrieb bewertet ihn positiv. Der Einkauf stellt jedoch fest, dass der Lieferant nur unregelmäßig liefert. Das Lager meldet, dass bereits viele Varianten dieses Artikels Platz beanspruchen. Erst die Verbindung der Perspektiven macht die Kennzahl handlungsfähig.

Für Handelsunternehmen sind unter anderem diese Auswertungen häufig sinnvoll:

  • Umsatz und Absatz nach Artikel, Artikelgruppe, Kunde oder Zeitraum
  • Lagerbestand und Lagerwert einschließlich langsam bewegter Artikel
  • offene Kundenaufträge, Rückstände und reservierte Mengen
  • offene Bestellungen und erwartete Wareneingänge
  • Rohertrag je Artikelgruppe, Kunde oder Auftrag

Welche Kombination passt, hängt vom Geschäftsmodell ab. Ein Händler mit wenigen, hochwertigen Artikeln bewertet Lagerwert und Lieferfähigkeit anders als ein Betrieb mit vielen Kleinteilen und kurzen Lieferzyklen. Auch bei E-Commerce-Aufträgen kann eine Auswertung nach Verkaufskanal sinnvoll sein, wenn Bestellungen aus Shop und Marktplätzen unterschiedliche Nachfrage oder Bearbeitungsaufwände erzeugen.

Wichtig ist außerdem, Kennzahlen nicht als starre Sollwerte zu behandeln. Ein niedriger Lagerumschlag ist nicht automatisch ein Problem. Ersatzteile für Servicefälle müssen möglicherweise verfügbar sein, obwohl sie selten verkauft werden. In diesem Fall sollte die Auswertung Ersatzteilbestände von frei disponierbaren Handelswaren trennen. Andernfalls entsteht Druck zum Abbau eines Bestands, der für den Kundenservice gebraucht wird.

Individuelle Kennzahlen und Auswertungen in der Warenwirtschaft sinnvoll einführen

Viele Unternehmen starten mit einem zu großen Vorhaben. Sie möchten alle Berichte gleichzeitig neu aufbauen und verlieren sich in Feldern, Filtern und Diagrammen. Praktischer ist ein Einstieg mit einer wiederkehrenden Entscheidung, die heute Zeit kostet oder oft aus dem Bauch getroffen wird.

Ein guter erster Anwendungsfall ist die wöchentliche Einkaufsentscheidung. Definieren Sie dazu eine kleine Gruppe von Kennzahlen, legen Sie Datenquellen und Stichtage fest und prüfen Sie die Ergebnisse über mehrere Wochen. Wenn die Zahlen mit den Erfahrungen aus Einkauf und Lager übereinstimmen, kann die Auswertung erweitert werden.

Hilfreich sind feste Begriffe. Wenn „verfügbarer Bestand“ einmal den physischen Bestand und ein anderes Mal den Bestand nach Reservierungen meint, entstehen Missverständnisse. Gleiches gilt für Umsatz: Soll er brutto oder netto betrachtet werden? Werden Stornierungen und Gutschriften einbezogen? Dokumentieren Sie solche Regeln kurz und verständlich.

Auch die Häufigkeit verdient Aufmerksamkeit. Eine tägliche Übersicht ist für Engpassartikel sinnvoll, aber für eine Sortimentsbewertung oft zu unruhig. Monatliche Auswertungen zeigen Entwicklungen besser, reagieren jedoch später auf Lieferprobleme. Es kommt darauf an, welche Entscheidung mit der Kennzahl unterstützt werden soll.

Was eine Warenwirtschaft dafür leisten muss

Individuelle Auswertungen werden deutlich einfacher, wenn Artikel, Belege und Bestände in einem zusammenhängenden System geführt werden. Ein Auftrag sollte nicht erneut in eine Tabellenkalkulation übertragen werden müssen, damit er in einer Verkaufsanalyse erscheint. Ebenso müssen Einkauf und Lager auf dieselben Artikel- und Bestandsdaten zugreifen, damit offene Bestellungen und Verfügbarkeiten korrekt eingeordnet werden können.

Mit einer modularen Warenwirtschaft wie desk4 können Unternehmen ihre Abläufe vom Auftrag über Einkauf und Lager bis zur Rechnung zentral abbilden. Welche Kennzahlen und Auswertungsmöglichkeiten im konkreten Fall verfügbar sind, hängt von den eingesetzten Modulen, gepflegten Daten und der gewünschten Auswertungslogik ab. Vor einer Einführung sollten Sie daher genau festhalten, welche Geschäftsfragen beantwortet werden sollen und welche Daten dafür bereits zuverlässig vorliegen.

Der sinnvollste Test ist kein allgemeiner Rundgang durch Funktionen. Legen Sie einige typische Artikel, offene Aufträge und Bestellungen an und prüfen Sie, ob Sie Ihre wichtigste Einkaufs- oder Vertriebsfrage damit nachvollziehbar beantworten können. Wenn Sie diesen Ablauf für Ihr Unternehmen erproben möchten, können Sie desk4 kostenlos testen.